2 thoughts on “Sex, Prince und die Kunstversteher

  1. In einem Interview berichtet Eddie Vedder wie sich seine Songs im Laufe der Zeit wandeln. Ein Song mit jugendlicher Verzweiflung wird später für ihn als älterer Mann zu einem Titel voller Hoffnung. Ein maßgeblicher Einfluss hat dabei bei ihm das Publikum, dass iihm und seiner Band die Lieder teilweise entgegensingt und sehr emotional dabei ist. Das finde ich so stark, wenn das Msuk schaffen kann. Es entsteht ein festes Stück Musik, aber der gesamte Kontext ändert sich. Die Welt, der Autor und das Publikum. Doch da stehen immer noch die gleichen Worte und die Begleitmusik ist gleich, aber die Bedeutung kann sich so stark verändern. Und damit lebt diese Musik (Kunst).
    In der Schule wurde ich zu oft mit der Frage konfrontiert: Was will uns der Künstler mit diesem Werk sagen? Heute bin ich viel mehr dabei, was sagt das Lied bzw. das Kunstwerk mir? Und das tolls daran ist ja, dass es mir anfangs gar nichts sagen kann, aber vielleicht ändert sich das mal. Sowas gefällt mir so an Kunst. Es ist Kommunikation, die sich wandelt, verirrt, verstörend sein kann und mich manchmal total überrascht, wenn ich abgelegte Musik nochmal eine Chance gebe und plötzlich Dinge darin entdecke, die ich erst gar nicht gesehen habe.
    Aber ich muss noch kurz was korrigieren. Ich weiß nicht in welcher Folge das zu Sprache kam. Aber es ging um Konzerte und ob die Setlist eher starr oder flexibel gehalten ist. Denn U2 haben auf ihren Konzerten bedingt durch den hohen Einsatz von Technik einen sehr starren und choreographierten Ablauf. Klarr varrieeren sie bei ein paar Songs und auf der letzten Tour haben sie einen Block komplett ersetzt, aber der Großteil des Konzertes auf der Tour war sehr ähnlich. Pearl Jam und Wilco zum Beispiel stehen für sehr abwechselungsreiche Konzerte, bei denen sie darauf achten, dass bei mehreren Konzerten in einer Stadt sich die Konzerte von Abend zu Abend unterscheiden von der Songauswahl.
    Alles Liebe für euch und wenn mal ein paar Gäste kommen, freu ich mich.

  2. liebe Rhadios,

    ich habe es Gofi schon geschrieben, hier kommt es nochmal: euer Podcast ist großartig! für mich als Musiker ist er eine große Inspiration und bringt mich zum Nachdenken, vielen Dank dafür!

    Hier einige Themenvorschläge, von denen mich interessieren würde, was ihr dazu denkt:
    1. Bewerten/Einordnen von Musik:
    David hat davon erzählt, dass er Musik sehr analytisch hört und daraufhin entscheidet, ob er etwas gut oder schlecht findet. Ich frage mich seit längerem, ob mir als Hörer nicht etwas verloren geht, dadurch, dass ich immer gleich entscheide ob ich etwas gut oder schlecht finde bzw. versuche alles in Schubladen zu stecken? Irgendwie passiert das ja automatisch und ich frage mich ob es nicht eine Möglichkeit gibt ergebnisoffen bzw. wertfrei Musik zu hören ohne gleich alles zu kategorisieren. Sonst nehme ich doch dem/der KünstlerIn gleich die Möglichkeit seine/ihre Kunst an mich ranzulassen oder?

    2. Künstlerische Prozesse
    Wie kann es sein, dass ich ein Stück Musik schreibe und ich es in einem Moment supergeil finde und zwei Tage später komplett scheiße? Ihr habt das Thema in einer Folge schon kurz angerissen, vielleicht könnt ihr es ja nochmal vertiefen. Warum glaubt ihr passiert sowas immer wieder und wird es irgendwann besser? Sprich, je weiter ich mich als Künstler entwickle, desto seltener kommt es vor? Oder bleiben diese Momente einem immer erhalten, weil gut Ding einfach Weile braucht?

    Würde mich freuen darüber etwas zu hören 🙂
    Macht’s gut und weiter so!
    Aaron

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