2 thoughts on “Zwischen Entsetzen und Bewunderung

  1. Viele tolle Gedanken in dieser Folge! Danke.

    Also ist ja kein Geheimnis, dass EDM-Producer – sprich DJs – momentan die Pop-Charts übernommen haben. Die DJs freuen sich, weil sie dann Millionengagen für ihre Club-Gigs bekommen, wenn sie einen Radiohit haben. Es gibt deshalb mittlerweile auch „Ghost Producer“ die Songs für DJs produzieren, die das selbst nicht hinbekommen, was ich hier aber nicht unterstelle . Auch Remixe, die erfolgreicher sind als die Originalversionen, gibt’s gerade immer wieder.

    

Und sehr häufig wird es so gemacht, dass DJs sich einfach mal ohne Erlaubnis Remixe für ihre DJ-Sets basteln – und gelegentlich gibt’s dann die Erlaubnis zur kommerziellen Veröffentlichung von den Urhebern hinterher.

    

Für die Club-Tanzbarkeit wird natürlich gerne mal der Originaltext von den remixten Songs auf einen immer wiederholenden Chorus reduziert. Konnte man z.B. auch gut bei Hugels Sommerhit-Version von „Bella Ciao“ sehen (auch zunächst ein ungenehmigter Remix) – was ja eigentlich ein dramatischer Partisanen-Song aus dem Zweiten Weltkrieg ist – aber mit reduziertem Text wird daraus plötzlich eine gute Laune-Partynummer …

    Und was macht der In my mind-Song richtig? Zumindest erfüllt er alle Regeln, die ein Pop-Hit im Streaming-Zeitalter nach Schema F haben muss, d.h.: Gleich mit dem Refrain als Intro anfangen, zurückhaltende Instrumentierung in den Strophen, dann viel Build-Up und große Explosion wenn der Drop (früher „Refrain“ genannt) kommt – der noch vor Minute 1 anfängt mit vollem Stereo- und Frequenzspektrum und fettem tanzbaren Beat, eingängige Melodie …. Jo, so ist das eben.

    Tanzbarkeit ist ja bei euch eher so ein Nebenthema 😉 aber es gibt ja die Untersuchungen über die immer zunehmende Tanzbarkeit von Radiohits in den letzten Jahrzehnten. Deshalb packt man ja heutzutage auch unter jede Kalvierballade noch einen Beat drunter. ‍♂️

  2. Zum Thema Kunstfigur/Maske usw. ist es sicherlich interessant sich mal mit Cro auseinanderzusetzen, der auf den ersten Blick wie der mainstreamigste Künstler überhaupt wirkt, auf den zweiten allerdings sehr viel mehr zu bieten hat. Vor allem seine letzte Platte ist absolut nicht mainstream tauglich (bis auf 1-2 Songs vielleicht) und es steckt jedeMenge krasses Zeug drin.

    Zudem produziert er seine Songs/Videos komplett alleine, daher passt das Image, das er sich über die letzten Jahre aufgebaut hat, eigentlich nicht so richtig. Wahrscheinlich weil er eben die Möglichkeit hat zu machen was er will und er deswegen von niemandem belangt werden kann.
    Also es lohnt sich wirklich sich seine neuste Platte (“Tru”) mal anzuhören und auch das ein oder andere Interview mit ihm zu sehen, um mal einen ganzheitlichen Blick von ihm als Künstler zu bekommen!

    Ich fand Cro immer ätzend, doch seit der neuen Platte kann ich die Dinge, die er vorher gemacht hat aus ner anderen Perspektive betrachten (was nicht heißt, dass ich sie deswegen weniger scheiße finde), aber es war zumindest eine interessante Horizonterweiterung 🙂

    War wieder mal eine super Folge und ich finde es auch gut, dass ihr nochmal die Kurve gekratzt habt bevor es zu so nem platten *Mimimi-der-mainstream-ist-ja-so-blöd” Gejammere wurde.

    Also weiter so, ihr seid nice!

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